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Meinen ersten persönlichen Computer (kurz PC) habe ich mir 1987 von einem Kollegen zurückerobern müssen. Er war dem Neuen aufgeschlossener als mein Vorgänger, dessen Posten ich gerade übernommen hatte. Ich konnte dieses Gerät gerade ans Stromnetz anschließen und musste mit schwerem Herzen einen  meiner neuen Mitarbeiter fragen, wie man denn mit so einem Ding nun schreiben kann. “Haben sie denn den Drucker nicht mitgenommen?” und “Wo sind denn die Disketten?” waren zwei der Fragen, an die ich mich erinnere. Für mich begann damals ein Lernprozess, der mich mit Windows und Word bekannt werden lies und dem ich auch später dann noch Kenntnisse in dBase, Excel und vor allen Dingen PowerPoint verdanke.

Meine ersten Erfahrungen mit dem Internet – genauer gesagt mit dem Intranet – habe ich dann 1994 gemacht, als mein schöner Job von 1987 den Bach herunter ging – nannte man das Rationalisierung oder war es Privatisierung?  Ich bekam damals einen neuen Job in der größten norddeutschen Metropole und durfte gleich wieder einen meiner neuen Mitarbeiter fragen, wie er das mit der “Hompage” so macht, auf der er die tollen Informationen allen anderen im gesamten Bundesgebiet verteilten Mitarbeitern zugänglich machte. “Das ist ganz einfach, nehmen sie einen Texteditor und schreiben sie einfach alles in HTML auf!” lautete einer seiner Ratschläge. Ich muss dann irgendwann auch noch FrontPage kennengelernt haben, aber das Fragen, das Machen und eben das Lernen hat danach einfach nicht aufgehört.

Meinen ersten Laptop hätte ich fast noch 2000 von meinem Arbeitgeber bekommen. Das Ende meiner beruflichen Karriere hat dies allerdings verhindert. So habe ich mir dann persönlich einen Desktop-Computer angeschafft, um erst 2004 dazu – wegen der Beweglichkeit – einen Laptop zu packen, der zwei Jahre später Desktop, getrennte Tastatur und Maus ablösen sollte. Auf diesem Gerät durfte ich dann auch zum ersten Mal ein Upgrade des Betriebssystems üben. Diese Sache hatten bisher immer kompetentere Kollegen oder Fachleute für mich erledigt. Doch eine Bemerkung eines meiner Söhne – “Dafür wirst du doch keinen Profi anheuern!” – führte dazu, dass ich dann auch von Windows XP auf Windows Vista und später auf Windows 7 umsteigen konnte. So viel ist allerdings sicher: Das Lernen hört nicht auf und man(n) erlebt immer wieder schweißtreibende Stunden.

Mein erstes kleines Netbook hat mich 2008 dann endlich wirklich flexibel gemacht. WLAN und Anwendungen in der Cloud, wie Picasaweb, Google Mail und Docs, kamen endlich richtig zum Tragen. Nie mehr die Frage “Auf welchem Computer habe ich das nun gespeichert?”, nein einfach – sogar auf dem Sofa sitzend – alles nutzen können, was einem gerade so durch den Kopf geht. Mein digitales Glück war perfekt und Steigerungen kaum zu erwarten. Da konnte ich noch nicht ahnen, dass man(n) nie auslernt!

Mein erstes Tablet war ein zweites: das iPad 2. Diesmal musste ich nicht zurückerobern und hatte auch gar nicht den “inneren Drang” zum Neukauf. Nein meine Kollegin von Senioren-Lernen-Online mit der Bemerkung “Du kannst mein iPad 2 ruhig einmal ausprobieren!” gab wohl den Ausschlag. Meine Söhne hatten mir dieses Angebot schon mehrfach gemacht, doch jetzt sollte es wieder losgehen. Keine Maus, kein Trackpad, keine externe Tastatur. Man(n) lernt eben nie aus!

Und jetzt schreibe ich seit Anfang 2012 an eBooks, die ich “nur zum Testen” auf dem Laptop – mit Sigil und Calibre – auf dem iPad – mit Creative Book Builder – und hier mit PressBooks direkt über den Webrowser erstelle. Das alles war mir zum Jahresbeginn noch neu. Ich weiß übrigens auch, was man auf dem Kindle lesen kann und was nicht! Theoretisch kann ich bei Amazon auch bereits ein eBook veröffentlichen! Man(n) lernt eben nie aus!

Wenn ich mir so meine kleineren Enkel ansehe, ist mir nicht bange um die Zukunft.  Z.B. beim 1 1/2-Jährigen, wenn er über die Bilder wischt und strahlt, wenn er “Papa” – nämlich mich, den Opa, sehen kann. Oder beim 4 1/2-Jährigen, wenn er mir erklärt, wie ich das Spiel herunterladen muss: “Da gehst du auf “App Store” und suchst dort “Flick Fishing”, dann gibst du dein Passwort ein und schon kannst du damit spielen. Doch wie lange packe ich das mit dem “Man(n) lernt nie aus!” noch?

Hoffentlich geht das noch viele Jahre, denkt
Horst

 

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